Das Elbfest: Hafengeburtstag goes Retro

  Ein Tor zur Vergangenheit   Hamburg schmeißt jedes Jahr mehrere Partys, die am Wasser gebaut sind. Cruise Days, Alstervergnügen oder natürlich der Hafengeburtstag stechen dabei besonders hervor. Große Volksfeste, die auch dazu dienen Hamburg für Touristen interessanter zu machen. Meist mit viel Souvenirs-Gedöns, Imbissständen und Bannern, die für weitere Veranstaltungen werben.   In diesem […]

 

Ein Tor zur Vergangenheit

 

Hamburg schmeißt jedes Jahr mehrere Partys, die am Wasser gebaut sind. Cruise Days, Alstervergnügen oder natürlich der Hafengeburtstag stechen dabei besonders hervor. Große Volksfeste, die auch dazu dienen Hamburg für Touristen interessanter zu machen. Meist mit viel Souvenirs-Gedöns, Imbissständen und Bannern, die für weitere Veranstaltungen werben.

 

In diesem Jahr kommt ein weiteres Hafenevent dazu, das ein Tor zur Vergangenheit öffnet. Denn anstatt von Hochhausartigen Cruise-Linern wie bei den Cruise Days oder dem Hafengeburtstag, stehen beim Elbfest am 17. und 18. September historische Seedampfer, Mastschiffe und Segler im Vordergrund.

 

Retro ist nicht nur was für alte Hasen

 

Die Stiftung “Hamburg Maritim“, die das Elbfest veranstaltet, fasst das Programm unter den Schlagworten “traditionelle Schifffahrt” zusammen. Keineswegs dürfen sich aber nur Schiffsenthusiasten angesprochen fühlen. Dinge, die “retro” sind, sprechen schließlich auch nicht nur Menschen an, die damit noch aufgewachsen sind (Hashtag: AfD). Das Elbfest soll ein Spaß für die ganze Familie sein und mehr bieten als ein paar schöne Panorama-Bilder einer stark befahrenen Elbe.

 

Dafür hat die Stiftung alle Hebel in Bewegung gesetzt und eine bunte Mischung aus Schiffsparaden und Kulturveranstaltungen kreiert, die sich vorrangig im Sandtorhafen in der Hafencity, dem Hafenmuseum in den 50er-Schuppen am kleinen Grasbrook und auf der Elbe abspielen.

 

Kultur an Bord und an Land

 

So gibt es zum Beispiel Theateraufführungen vom Thalia Theater und der Improvisationsgruppe “Hidden Shakespeare”, Musik von verschiedenen Singer-Songwritern und viele “Mitmachaktionen”. Wer zum Beispiel noch nie auf dem Fischmarkt in Altona war, kann am Sonntag, 18. September. von 10 bis 14 Uhr den “Ausschläfer-Fischmarkt” besuchen.

 

Schiffsliebhaber kommen aber auch auf ihre Kosten und können sogar noch Tickets für die Mitfahrt auf einem der insgesamt 90 historischen Seefahrzeuge buchen, die am Samstag von 13:30 bis 18 Uhr über die Elbe schippern. Es soll die größte europäische Schiffsparade auf der Elbe aller Zeiten werden, kündigte die Stiftung an. Karten für ein Erlebnis an Bord gibt es vom Charterbüro der Stiftung Hamburg Maritim oder hier. Tickets für Kinder bis 14 Jahre kosten 17,50 Euro, Erwachsene zahlen das Doppelte (35 Euro). Karten können auch telefonisch bestellt werden, montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr unter der folgenden Telefonnummer: 040-78081705

 

Das Elbfest: Nachwuchsförderung für Ehrenamtler

 

Die Veranstalter hoffen, dass viele Familien diese Gelegenheit nutzen, um die Arbeit auf einem historischen Schiff kennenzulernen. Denn viele der jungen Besucher würden später selbst ehrenamtlich auf diesen und anderen Schiffen arbeiten. So wie die rund 1200 Mitglieder der Stiftung Hamburg Maritim, die sich momentan ehrenamtlich, um die Instandhaltung der Schiffe kümmert und sie natürlich auch selbst bemannt. Somit ist das Fest auch eine Art “Nachwuchsförderung” für ehrenamtliche Tätigkeiten in der traditionellen Schifffahrt.

 

Die Besucher bzw. Mitfahrer können der Crew dann bei ihrer Arbeit zuschauen, deren Mitglieder befragen und im besten Fall auch einmal selbst Hand anlegen. Retro-Alltag im Hamburger Hafen eben. Die meisten der teilnehmenden Schiffe stammen aus der Flotte der Stiftung sowie dem Museumshafen Neumühlen. Aber auch historische Schiffe aus Holland und Dänemark befahren an diesem Wochenende die Elbe und legen Sandtorhafen an, der seit dem Bau der Hafencity das Hafenbecken für große Traditionsschiffe ist.

 

Highlight im Sandtorhafen

 

Der Sandtorhafen feiert zudem in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag und bietet damit den Anlass, um das Elbfest als “kleinen Hafengeburtstag” zu betiteln. Denn der Sandtorhafen ist die Geburtsstätte des modernen Hamburger Hafens. Durch seinen Bau konnten die Schiffe erstmals direkt am Kai entladen bzw. gelöscht werden und mussten nicht inmitten der Fluten an einem Pfahl festmachen, bevor die Waren mit Barkassen-ähnlichen Kuttern an Land gebracht wurden.

 

Barkassen fungieren beim Elbfest als Fähre. So kommen die Besucher vom Elbfest am schnellsten von der Hafencity zum kleinen Grasbrook. Dieser Shuttle-Service ist kostenlos, aufgrund der Schiffsgröße allerdings auch in seiner Kapazität begrenzt.

 

Das Elbfest soll sich in den kommenden Jahren mit den Cruise Days abwechseln. Somit werden im nächsten Jahr wieder die Ozean-Riesen ihr Fest im Hamburger Hafen feiern. 2018 soll das Elbfest zum zweiten Mal stattfinden.