Fahrradstadt Hamburg: Wird die Hansestadt das neue Münster?

  Hamburg ist für vieles bekannt. Zum Beispiel für die Reeperbahn, den Hafen oder die vielen Musicals. Aber demnächst soll Hamburg vor allem für seine Liebe zum Fahrrad bekannt sein, wie es Münster in Nordrhein-Westfalen oder die holländische Metropole Amsterdam schon sind. „Die Ampeln stehen auf Grün: Hamburg wird zur Fahrradstadt“ kündigte der Verkehrsexperte der […]

 

Hamburg ist für vieles bekannt. Zum Beispiel für die Reeperbahn, den Hafen oder die vielen Musicals. Aber demnächst soll Hamburg vor allem für seine Liebe zum Fahrrad bekannt sein, wie es Münster in Nordrhein-Westfalen oder die holländische Metropole Amsterdam schon sind. „Die Ampeln stehen auf Grün: Hamburg wird zur Fahrradstadt“ kündigte der Verkehrsexperte der Grünen, Martin Bill, erst kürzlich im Hamburger Abendblatt an.

 

Die Vetoroute hält Einzug in der Hansestadt

Dafür entstehen in der Stadt 14 „Velorouten“, die ein Streckennetz ergeben sollen. Sie sind speziell für Radfahrer konzipiert, um deren Bedürfnisse im alltäglichen Straßenverkehr zu berücksichtigen. Das bedeutet z.B. mehr Ampeln für Radfahrer und klare Wegbeschilderungen. Außerdem soll es mehr breitere Radwege auf Straßen geben. Die Stadt spricht dabei von „Schutzwegen“. Generell sollen mehr Radwege auf Straßen verlaufen, da man im Rathaus der Meinung ist, dass Menschen besser im Verkehr geschützt seien, wenn man sie leicht sieht.

 

Sechs dieser Velorouten sind bereits fertig. Zwei befinden sich gerade im Bau und die restlichen Sechs sollen schon bald folgen. Insgesamt stünden den Radfahrern dann 280 KM ausgebauter Radwege zur Verfügung worauf sie ohne Bedrängnis von A nach B kommen. Die Strecken verlaufen unter anderem vom Rathausmarkt nach Lokstedt, nach Winterhude oder nach Bergedorf.

 

Ein Fahrrad zur freien Verfügung

Und da hört der Service für Radfreunde in Hamburg noch nicht auf. Seit 2009 bietet die Stadt in Kooperation mit der Deutschen Bahn das „StadtRad“ an. An 190 Stationen in der ganzen Stadt stehen Einwohnern und Touristen 1.800 Fahrräder zur Verfügung. Vor kurzem wurden bereits 70 weitere Stellen in Aussicht gestellt.

 

Eine kurze Anmeldung vor Ort reicht, um die Räder danach jederzeit nutzen zu können. Die Anmeldung kostet zwar fünf Euro, diese werden aber als Guthaben gewertet. Die ersten 30 Minuten jeder Fahrt sind darüberhinaus kostenlos. Danach werden pro Minute acht Cent berechnet. Nach drei Stunden wird der Betrag begrenzt, sodass die Nutzer maximal zwölf Euro für 24 Stunden zahlen.

 

Ziel erfüllt: 50 Kilometer neuer Asphalt pro Jahr

Außerdem hat sich die Verwaltung im Rathaus dazu verpflichtet pro Jahr 50 Kilometer Radwege zu bauen oder zu sanieren. Dieses Ziel scheine man auch zu erfüllen, wie Hamburgs Verkehrssenator Frank Horch im Mai diesen Jahres verlauten ließ. Und das ist auch notwendig, denn allein das StadtRad sorgt jährlich für 2,5 Millionen Radtouren auf Hamburgs Straßen.

 

Dass diese Ausrichtung in erster Linie nur leidenschaftlichen Radfahrern helfe und nicht dem Alltagsradfahrer, bemängelten einige Politiker allerdings bereits. Der Umbau des Harvestehuder Wegs zur Fahrradstraße steht dafür als Beispiel. Dort würde man einer großen Durchgangsstraße Platz wegnehmen, um Radfahrer zu schützen. Die Idee der „Radschnellwege“ helfe den semi-professionellen Radfahrern ebenfalls deutlich mehr.

 

Sicherlich helfen diese Wege, Schutzstreifen und Velorouten, aber dem Gesamtbild der Stadt, denn Fahrräder wirken immer freundlicher als Anhäufungen von Bleck-Karosserien. Vor allem für Touristen ist diese Entwicklung interessant, denn so können sie die schöne Hansestadt live erkunden und dabei schnell durch die fremde Stadt navigieren.

Bildquellenangabe: Liza Litsch / pixelio.de